Experten kritisieren große Onlinehändler dafür, dass sie nicht ausreichend gegen die steigende Zahl von Rücksendungen unternehmen. Laut Björn Asdecker von der Universität Bamberg wird das Problem von den Händlern oft lediglich als „Feigenblatt“ dargestellt, während Rücksendungen tatsächlich Teil ihres Geschäftsmodells sind. Besonders kostenlose Retouren würden kleinere Wettbewerber benachteiligen, weshalb Asdecker ein Gesetz fordert, das Onlinehändler dazu zwingt, Kunden für Rücksendungen zur Kasse zu bitten. Trotz technologischer Fortschritte und Versprechen zur Senkung der Rücksendungen bleibt die Retourenquote in Deutschland konstant bei etwa 24 Prozent, während im Jahr 2025 die Zahl der Rücksendungen voraussichtlich ein Rekordhoch erreichen wird.
Berlin () – Experten werfen großen Onlinehändlern vor, nicht genug gegen die Flut von Rücksendungen zu unternehmen. „Retouren werden oft als teuer und schlecht dargestellt“, sagte Björn Asdecker von der Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg dem „Spiegel“. Viele Händler täten so, als kämpften sie gegen Rücksendungen. Das sei jedoch „zumeist ein Feigenblatt“, der Versuch, sich ein grünes Image zu geben. Stattdessen seien „Rücksendungen längst Teil des Geschäftsmodells“. Das erkenne man daran, dass sich trotz aller Bekundungen des Handels nichts an den Retourenquoten geändert habe.
Kostenlose Retouren seien „ein mächtiges strategisches Schwert, um kleinere Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, die sich ein solches Retourenmanagement gar nicht leisten können“, sagte der Wissenschaftler. Aus Asdeckers Sicht gäbe es nur ein wirksames Mittel gegen die Rücksendeflut: ein Gesetz, das Onlinehändler zwingt, ihre Kunden für Retouren zur Kasse zu bitten.
2025 wird die Zahl der Retourenpakete in Deutschland mit etwa 550 Millionen voraussichtlich ein neues Allzeithoch erreichen. Damit sind die Deutschen Europameister im Zurückschicken von Bestellungen. Der Onlinehandel gelobt seit Jahren, die Flut der Rücksendungen einzudämmen. Künstliche Intelligenz und psychologische Tricks sollen Kunden dazu bringen, selektiver zu bestellen und weniger zu retournieren. Die Retourenquote liegt im Durchschnitt aller Kategorien in Deutschland stabil bei rund 24 Prozent.
Die Industrie wehrt sich gegen den Vorwurf. „Wir versuchen, unseren Kunden zu helfen, von Anfang an das richtige Produkt zu bestellen“, sagte Rory Feldman, Retourenspezialist beim Onlinehändler Amazon. Hauptziel sei es, „Rücksendungen zu vermeiden“.
Auch der Modeversandhändler Zalando versichert, verantwortungsbewusst mit Retouren umzugehen. Nur zwei Prozent der Retouren könnten nicht mehr als neu verkauft werden, heißt es. Sie würden stattdessen als B-Ware in Outlets des Konzerns angeboten, an Großhändler weitergegeben oder gespendet. Nur in Ausnahmefällen landeten Rücksendungen im Recycling.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Pakete in einem Späti (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer wird in dem Artikel namentlich genannt?
Björn Asdecker, Rory Feldman
Welche Organisationen oder Einrichtungen tauchen im Text auf?
Universität Bamberg, Spiegel, Amazon, Zalando
Zu welchem Datum oder in welchem Zeitraum fand das Ereignis statt?
Nicht erwähnt
An welchem Schauplatz spielt sich das Geschehen ab?
Die beschriebenen Ereignisse finden hauptsächlich in Deutschland statt, insbesondere wird Berlin erwähnt. Umbauten im Onlinehandel betreffen jedoch auch Unternehmen wie Amazon und Zalando, die in verschiedenen Städten tätig sind.
Was ist die zentrale Aussage des Artikels in einem Satz?
Experten kritisieren große Onlinehändler dafür, dass sie wenig gegen die Flut von Rücksendungen unternehmen, obwohl diese Teil ihres Geschäftsmodells sind, und fordern ein Gesetz, das Kunden zur Kasse bitten soll, um die Retouren zu reduzieren.
Welcher Umstand führte zu dem Vorfall?
Der Hintergrund des Ereignisses liegt in der hohen Anzahl von Retouren im Onlinehandel und der Kritik an großen Händlern, die nicht ausreichend Maßnahmen ergreifen, um diese Rücksendungen zu reduzieren. Experten argumentieren, dass Rücksendungen Teil des Geschäftsmodells vieler Händler sind und warnen, dass kostenlose Retouren kleinere Wettbewerber benachteiligen. Um dem Problem entgegenzuwirken, wird ein Gesetz gefordert, das Onlinehändler dazu zwingt, Kunden für Retouren zahlen zu lassen.
Wie fiel die Reaktion der Öffentlichkeit oder politischer Akteure aus?
Im Artikel wird beschrieben, dass Experten den großen Onlinehändlern vorwerfen, nicht ausreichend gegen die steigenden Retouren vorzugehen, und sogar anmerken, dass Rücksendungen oft Teil des Geschäftsmodells seien. Die Industrie hingegen behauptet, sie arbeite aktiv daran, Rücksendungen zu vermeiden und verantwortungsvoll damit umzugehen.
Welche Konsequenzen oder Auswirkungen werden beschrieben?
Die im Artikel genannten Folgen oder Konsequenzen sind:
- Rücksendungen als Teil des Geschäftsmodells,
- Rücksendungen als strategisches Mittel zur Marktbeherrschung durch große Händler,
- steigende Retourenquote auf 550 Millionen Pakete bis 2025,
- mögliche gesetzliche Regelungen zur Kostenübertragung auf Kunden,
- Einsatz von KI und psychologischen Tricks zur Reduktion von Rücksendungen,
- Vorwurf der Industrie, dass sie die Kunden nicht richtig anleitet,
- Herausforderung für kleinere Konkurrenten durch kostenloses Retourenmanagement.
Wurde bereits eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht?
Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Björn Asdecker von der Forschungsgruppe Retourenmanagement der Universität Bamberg kritisiert, dass viele Onlinehändler Rücksendungen als Teil ihres Geschäftsmodells akzeptieren, während sie öffentlich gegen diese Flut argumentieren. Rory Feldman von Amazon hingegen betont, dass das Unternehmen bestrebt sei, Kunden zu helfen, die richtigen Produkte von Anfang an zu bestellen, um Rücksendungen zu vermeiden.
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