Laut Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ birgt die eID-Karte Sicherheitsrisiken für Banken und öffentliche Stellen, da viele Bürgerämter nicht ausreichend ausgestattet sind, um ausländische Pässe bei der Beantragung korrekt zu überprüfen. Dies ermöglicht potenziellen Kriminellen die Beantragung einer eID-Karte mit gefälschten oder gestohlenen Dokumenten, was es ihnen erlaubt, Bankkonten zu eröffnen, ohne ihre wahre Identität preiszugeben. Obwohl die eID-Karte seit 2021 existiert und über 47.000 Mal ausgestellt wurde, fehlt eine umfassende Kontrolle und Überprüfung der Identität von Antragstellern. IT-Expertin Lilith Wittmann fordert daher einen flächendeckenden Einsatz von geprüften Dokumentenprüfgeräten und den Zugang zu wichtigen Datenbanken, um Missbrauch zu verhindern.
Berlin () – Laut Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ stellt die eID-Karte ein Sicherheitsrisiko für deutsche Banken und womöglich auch öffentliche Stellen dar.
Wie die Zeitung berichtet, haben Bürgerämter oftmals nicht die technische Ausstattung oder Zugriff auf wichtige Datenbanken, um ausländische Pässe bei der Beantragung der eID-Karte vernünftig zu überprüfen. Das kann dazu führen, dass Bürger eine deutsche eID-Karte auch mit einem gestohlenen, gefälschten oder falschen Ausweisdokument beantragen können. Der Besitz der eID-Karte ist für Kriminelle sehr wertvoll, weil sie im Internet gleichwertig zur eID des deutschen Personalausweises funktioniert. Inhaber der Karte können damit Firmen anmelden und Bankkonten eröffnen, ohne dass die Geldhäuser ihrer wahren Identität auf die Spur kommen könnten.
Die eID-Karte wurde 2021 eingeführt, kostet in der Beantragung meist weniger als 40 Euro und führt unter anderem den Namen der Person. Biometrische Daten wie die Augenfarbe oder ein Foto sind darauf aber nicht zu sehen. Mehr als 47.000 der Karten wurden bisher ausgestellt und sind laut einem Ermittler „betrugsanfällig.“ Der Grund dafür ist, dass ausländische Antragsteller für die Beantragung nur ausländische Ausweisdokumente vorlegen müssen. Diese aber können viele Bürgerämter nicht auf Echtheit oder darauf prüfen, ob diese womöglich als gestohlen gemeldet wurden. Das bestätigte die Berliner Polizei auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ und schreibt: „Ein Abgleich biometrischer Daten oder ein Abgleich mit dem europäischen Dokumenten-Fahndungsbestand findet nicht statt. Nicht alle Meldebehörden sind mit Dokumentenprüfgeräten ausgestattet.“
Damit ist es auch für Verbrecher möglich, sich mit gefälschten Dokumenten eine echte eID zu besorgen und diese beispielsweise für die Eröffnung von Bankkonten zu missbrauchen, was in der Bankenszene für viel Unmut sorgt. Denn Geldhäuser müssen davon ausgehen, dass die eID-Karten echt sind. Immerhin handelt es sich um ein offizielles Dokument der Bundesrepublik Deutschland.
„Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass der Staat genau prüft, an wen er eID-Karten ausgibt“, sagte Kilian Wegner, Inhaber eines Lehrstuhls für Strafrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg der SZ. Für die Banken ist das ein Dilemma, das sie schon lange beobachten und bei dem sie der Politik vorwerfen, „zu wenig“ zu tun. So jedenfalls formuliert es ein Bankinsider, der nicht genannt werden will, in der SZ. Einmal eröffnet, können Gangster das Konto beispielsweise dazu benutzen, illegale Gelder zu verschieben oder zu waschen.
Auf Anfrage bestätigte das Bundesinnenministerium, dass es sein könne, dass einige Ämter nicht mit der nötigen Technik ausgestattet seien. Diese zu beschaffen, sei aber Sache der Länder. IT-Expertin Lilith Wittmann forderte in der SZ eine flächendeckende Einführung der technischen Geräte und Zugriff auf entsprechende Datenbanken. „Denn wenn in Ämtern niemand die Originaldokumente auf Echtheit prüfen kann, ist das in jedem Fall ein Einfallstor für Verbrecher“, sagte Wittmann.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Personalausweis mit Online-Funktion (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer wird in dem Artikel namentlich genannt?
Kilian Wegner, Lilith Wittmann
Welche Organisationen oder Einrichtungen tauchen im Text auf?
Süddeutsche Zeitung, Berliner Polizei, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Bundesinnenministerium
Zu welchem Datum oder in welchem Zeitraum fand das Ereignis statt?
Das Ereignis fand im Jahr 2021 statt.
An welchem Schauplatz spielt sich das Geschehen ab?
Berlin
Was ist die zentrale Aussage des Artikels in einem Satz?
Laut der "Süddeutschen Zeitung" birgt die eID-Karte in Deutschland ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da viele Bürgerämter nicht die nötige technische Ausstattung haben, um ausländische Pässe korrekt zu überprüfen, was es Kriminellen ermöglicht, diese Karten mit gefälschten Dokumenten zu beantragen und für illegale Aktivitäten zu missbrauchen.
Welcher Umstand führte zu dem Vorfall?
Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist, dass viele Bürgerämter nicht über die notwendige technische Ausstattung oder den Zugriff auf wichtige Datenbanken verfügen, um ausländische Pässe bei der Beantragung der eID-Karte angemessen zu überprüfen. Dies ermöglicht es, dass auch mit gefälschten oder gestohlenen Dokumenten eine echte eID-Karte erlangt werden kann, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Banken und öffentliche Stellen darstellt.
Wie fiel die Reaktion der Öffentlichkeit oder politischer Akteure aus?
Im Artikel wird berichtet, dass die Einführung der eID-Karte als Sicherheitsrisiko angesehen wird, da Bürgerämter oft nicht über die notwendige Technik verfügen, um Ausweisdokumente angemessen zu überprüfen. Banken äußern Unmut darüber, dass die Politik zu wenig unternimmt, um Probleme mit gefälschten Dokumenten zu beheben, was Kriminellen den Missbrauch der eID erleichtert.
Welche Konsequenzen oder Auswirkungen werden beschrieben?
Sicherheitsrisiko für Banken, Möglichkeit der Beantragung mit gestohlenen/falschen Ausweisdokumenten, Wert der eID-Karte für Kriminelle, Möglichkeit der Kontoeröffnung ohne Identitätsprüfung, Betrugsanfälligkeit der eID-Karten, unzureichende technische Ausstattung der Bürgerämter, fehlende Überprüfung auf Echtheit und Diebstahl, Vertrauen der Banken in staatliche Prüfungen, Nutzung von Konten für illegale Gelder, Forderung nach besserer Ausstattung der Ämter.
Wurde bereits eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht?
Im Artikel wird die Stellungnahme von Kilian Wegner, einem Strafrechtsexperten, zitiert, der sagt: "Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass der Staat genau prüft, an wen er eID-Karten ausgibt." Zudem fordert IT-Expertin Lilith Wittmann eine flächendeckende Einführung technischer Geräte zur Überprüfung der Dokumente, um ein Einfallstor für Verbrecher zu schließen.
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