Der Kinderschutzbund hat gegen die geforderte Altersgrenze für Social Media gewarnt, da Kinder ein Recht auf digitale Teilhabe haben und sichere Interneträume benötigen. Der Vizepräsident Joachim Türk betont, dass altersgerechte Angebote von Plattformen notwendig sind, um Jugendliche unterstützend in die digitale Welt einzuführen. Sozialverbände lehnen ähnliche Vorschläge ab und fordern stattdessen eine verbindliche Medienbildung und Vorbilder für gesunden Konsum. Ein gezielter Umgang mit Medien und gesetzliche Vorgaben sind notwendig, um die Herausforderungen der Digitalisierung positiv zu gestalten.
Berlin () – Der Kinderschutzbund hat vor einer Altersgrenze für Social Media gewarnt, wie sie der Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), gefordert hat.
Auch Kinder hätten ein Recht auf digitale Teilhabe, sagte der Vizepräsident des Vereins, Joachim Türk, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Dazu brauche es sichere Räume im Internet: „Das Netz ist bislang nur an wenigen Orten sicher“, so Türk. Die Plattformen müssten altersgerechte Angebote entwickeln, etwa mit kindgerechten Layouts und Hilfsangeboten. Pauschale Verbote, wie Streeck sie vorschlägt, würden Jugendliche dagegen unvorbereitet in die Erwachsenenwelt entlassen.
Auch andere Sozialverbände sprechen sich gegen Streecks Vorschlag aus. Zwar sei die Debatte wichtig, restriktive Lösungen wären aber falsch, sagte die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, dem RND. „Die Herausforderungen der Digitalisierung lassen sich nicht zurückdrehen. Ein Mindestalter mag sinnvoll klingen, ist aber kein respektvoller Umgang mit Jugendlichen.“ Stattdessen brauche es Vorbilder für gesunden Konsum, verbindliche Medienbildung an Schulen und einen aktiven Einbezug der jungen Generation in Lösungen. „Nicht Verschweigen vor der Realität, sondern ein angeleiteter Umgang ist notwendig.“
Auch der Verein „Aktiv gegen Mediensucht“ bestätigte, Kinder hätten „häufig noch nicht die geistige Reife, um mit den manipulierenden Technologien in den Sozialen Medien verantwortungsvoll umzugehen“, wie Vereinsvorstand Niels Pruin sagte. Eine abgestufte Altersreglementierung könnte deshalb aus therapeutischer Sicht sogar begrüßenswert sein. Entscheidend seien jedoch gesetzliche Vorgaben und schulische Medienbildung, etwa in Form eines verpflichtenden Unterrichtsfaches Medienkompetenz.
Der Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung hatte sich für strikte Altersgrenzen bei Plattformen wie Tiktok, YouTube und Instagram ausgesprochen. Kinder und Jugendliche, die in hohem Maße nicht altersgerechte Inhalte konsumierten, seien anfälliger für riskantes Suchtverhalten und problematischen Drogenkonsum, so Streeck. Minderjährige verbringen nach seinen Angaben im Schnitt vier Stunden täglich in Sozialen Netzwerken, hinzu kommen zwei Stunden Computerspiele und zwei Stunden Streamingdienste. Altersvorgaben könnten das aus seiner Sicht eindämmen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Junge Leute mit Smartphone (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer wird in dem Artikel namentlich genannt?
Hendrik Streeck, Joachim Türk, Michaela Engelmeier, Niels Pruin
Welche Organisationen oder Einrichtungen tauchen im Text auf?
Hier sind die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen, getrennt durch Kommas:
Kinderschutzbund, Suchtbeauftragter der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), Redaktionsnetzwerk Deutschland, Sozialverband Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, Aktiv gegen Mediensucht, Niels Pruin.
Zu welchem Datum oder in welchem Zeitraum fand das Ereignis statt?
Nicht erwähnt
An welchem Schauplatz spielt sich das Geschehen ab?
Die beschriebenen Ereignisse finden in folgendem Ort statt: Berlin.
Was ist die zentrale Aussage des Artikels in einem Satz?
Der Kinderschutzbund warnt vor einer geplanten Altersgrenze für soziale Medien und fordert stattdessen sichere Online-Räume sowie altersgerechte Angebote, während andere Sozialverbände betonen, dass ein respektvoller Umgang und eine starke Medienbildung für Jugendliche wichtiger sind als restriktive Maßnahmen.
Welcher Umstand führte zu dem Vorfall?
Der Hintergrund für das beschriebene Ereignis sind Bedenken über den Einfluss von Social Media auf Kinder und Jugendliche, insbesondere hinsichtlich Suchtgefahr und der Verantwortung im Umgang mit digitalen Inhalten. Der Suchtbeauftragte Hendrik Streeck fordert Altersgrenzen, um das Risiko für problematisches Verhalten zu verringern, während der Kinderschutzbund und andere soziale Verbände sich gegen pauschale Verbote aussprechen und stattdessen sichere digitale Räume und Medienbildung für notwendig halten.
Wie fiel die Reaktion der Öffentlichkeit oder politischer Akteure aus?
Der Kinderschutzbund und andere Sozialverbände lehnen die Vorschläge des Suchtbeauftragten Hendrik Streeck ab, der eine Altersgrenze für Social Media gefordert hat, und betonen stattdessen die Notwendigkeit sicherer digitaler Räume sowie einer besseren Medienbildung für Jugendliche. Sie argumentieren, dass pauschale Verbote die Herausforderungen der Digitalisierung nicht angemessen adressieren und die Jugendlichen unvorbereitet lassen würden.
Welche Konsequenzen oder Auswirkungen werden beschrieben?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: unvorbereitet in die Erwachsenenwelt entlassen, kein respektvoller Umgang mit Jugendlichen, fehlende Vorbilder für gesunden Konsum, unzureichende Medienbildung an Schulen, Schwierigkeiten mit manipulierenden Technologien, erhöhte Anfälligkeit für riskantes Suchtverhalten und problematischen Drogenkonsum, hohe Zeit, die in sozialen Netzwerken verbracht wird, und mögliche Einschnitte in die digitale Teilhabe von Kindern.
Wurde bereits eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Vizepräsidenten des Kinderschutzbundes, Joachim Türk, zitiert. Er betont, dass Kinder ein Recht auf digitale Teilhabe haben und fordert sichere Räume im Internet, während er pauschale Verbote als unvorbereitet in die Erwachsenenwelt entlassend kritisiert.
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