Berlin () – Der Vize-Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Roderich Kiesewetter (CDU), fordert im Fall von Cyberangriffen aus dem Ausland digitale Gegenschläge von deutschen Sicherheitsbehörden – sogenannte Hackbacks.
„Wir brauchen bei eindeutiger Attribuierung diese Fähigkeiten und operativen Möglichkeiten allein aus Gründen der Abschreckung und Optionenvielfalt für verantwortungsbewusste Sicherheitspolitik“, sagte Kiesewetter dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).
Die Attribuierung ist bei Cyber-Gegenschlägen zentral. Dabei wird während eines laufenden Angriffs etwa auf Stromnetze oder andere Teile wichtiger Infrastruktur der Angreifer zunächst identifiziert (attribuiert). Cyberkräfte blocken dann die Attacke ab oder zerstören die Server, über die der Angriff läuft, zum Beispiel durch Schadsoftware.
Auch der CDU-Sicherheitsexperte Marc Henrichmann plädiert für dieses Vorgehen bei „eindeutig identifizierbaren Angreifern“. „Hackbacks würden nicht nur die Abschreckung im digitalen Raum erhöhen, sondern auch unseren Sicherheitsbehörden wichtige Handlungsspielräume eröffnen“, sagte er.
SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sieht staatliche digitale Angriffe auf ausländische Server als ultima ratio. „Wir müssen uns gegen Cyberangriffe auch aus dem Ausland besser wappnen und unsere Netze und Systeme besser schützen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Der Einsatz von Hackbacks als Cyber-Gegenangriffe oder gar Vergeltungsschläge sei dabei aber nur „das äußerste Mittel“.
Wiese begründete dies mit „tatsächlichen wie rechtlichen Schwierigkeiten“, die nicht einfach auszuräumen seien. „Neben dem Problem der eindeutigen Identifizierung des Angreifers, also des Verantwortlichen, stellt sich auch die Frage nach den Zuständigkeiten“. Solche Fragen seien einer eingehenden rechtlichen Überprüfung zu unterziehen, sagte Wiese.
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